Donnerstag, 5. März 2015

Rezension: Geschenkte Wurzeln von Janine Kunze


Geschenkte Wurzeln
Warum ich mit meiner wahren Familie nicht verwandt bin
Eine Rezension von: Daniela Malsch
Autorin: Janine Kunze und Sabine Cramer
Verlag:  PIPER
Preis: 9,99 Euro (Taschenbuch)
ISBN 978-3492306317

 Widmung: Für meine Kinder

Kurzbeschreibung (Klappentext):

Janine Kunze wird als Baby von ihrer Mutter weggegeben und wächst bei einer Pflegefamilie auf. Als ihre leiblichen Eltern wieder zusammenkommen, wollen sie Janine zurückholen. Doch Janines Platz ist bei ihren Pflegeeltern und sie kämpft darum, von ihnen adoptiert zu werden. Ein Buch über Mütter und Töchter, Identität und wahre Familienbande.

„Man liebt, weil man liebt.
Für die Liebe gibt es keinen Grund“
Zitat: Paulo Coelho

Meinung:

„Blut ist dicker als Wasser“ so lautet zumindest ein weit verbreitetes Sprichwort, welches seinen Ursprung im deutschen Märchen "Reineke Fuchs" von Heinrich der Glichezaere im Jahre 1130 hatte, wobei die Ausdrucksweise damals noch "Verwandschaftsblut wird nicht durch Wasser verdünnt" war und in der zwischenzeit etwas der modernen Sprache angepasst wurde. Wie dem auch sei, es handelt sich jedenfalls um eine weitverbreitete Meinung, welche besagt, dass nichts so stark sein kann wie die Bindung zur eigenen Familie, insbesondere zu den leiblichen Eltern. Janine Kunze beschreibt in „Geschenkte Wurzeln“ sehr ehrlich und authentisch wie sie in einer Pflegefamilie aufgewachsen ist und dass bei ihr das Sprichwort „Blut ist dicker als Wasser“ nicht zutrifft. Als ihre leiblichen Eltern ihre Tochter Janine nämlich wieder in ihre Familie zurückholen wollen ist sie damit nicht nur rein gar nicht einverstanden sondern kämpft mit Händen und Füßen darum von ihrer Pflegefamilie adoptiert zu werden.

Janine Kunze beschreibt auf eine herzzerreißende Art und Weise wie sie sich in der damaligen Zeit gefühlt hat. Die Liebe, welche zwischen der Autorin Janine Kunze und ihren Pflegeeltern gewachsen ist berührt den Leser im tiefsten Inneren und lässt einen mitfühlen und innerlich mitkämpfen - um das Glück, was die Autorin nicht bei ihrer leiblichen Familie, sondern erst bei ihrer Pflegefamilie fand.

Die Autorin Janine Kunze zeigt sehr anschaulich, dass Kinder sehrwohl selbst entscheiden können, was „das Richtige“ für sie ist und für welche Familie ihr Herz schlägt. Sie können selbst entscheiden wen sie lieben und von wem sie in ausreichendem Maße geliebt werden.

Es ist Janine Kunze sehr hoch anzurechnen ihre doch sehr persönliche Geschichte zu publizieren und ich bin ihr für ihren Mut sehr dankbar. Sicherlich kann die Autorin mit ihrer Lebensgeschichte vielen Menschen in ähnlichen Sizuationen helfen - ihnen Mut machen. Janine Kunze zeigt mit ihren „geschenkten Wurzeln“ aber auch noch etwas ganz anderes, was vor allem die Menschen betrifft, die nicht in der Situation stecken und bisher noch keine Berührungspunkte zu Pflegefamilien/-kindern hatten: Pflegefamilien sind ganz gewöhnliche Familien, die mindestens genau so vor Liebe und Zuneigung strotzen wie leibliche Familien - und genau so normal sind Pflegekinder auch. Ein Pflegekind unterscheidet sich in Nichts von einer Kind, welches bei seinen leiblichen Eltern aufgewachsen ist. Es kann genau so erfolgreich oder erfolglos werden und genau so ein guter oder schlechter Mensch werden.

"Irgendwo tief in mir bin ich ein Kind geblieben.
Erst dann
wenn ich‘s nicht mehr spüren kann
weiß ich es ist für mich zu spät
zu spät
zu spät"

Zitat Peter Maffay (aus Tabaluga)

Die Autorin Janine Kunze hat jedes Kapitel von „Geschenkte Wurzeln“ mit einem Zitat versehen - das ist auflockernd und wunderschön. Eine phantastische Idee!

Fazit: 

Ergreifend, bewegend und mutig - Janine Kunze spricht das aus, was viele an ihrer Stelle um jeden Preis für sich behalten hätten.

"Das Erste, das der Mensch im Leben vorfindet,
das Letzte, wonach er seine Hand ausstreckt,
das Kostbarste, was er im Leben besitzt,
ist die Familie."

Zitat Adolf Kolping

Über die Autorin:

anine Kunze ist Schauspielerin und Moderatorin. Bekannt wurde sie als Tochter in »Hausmeister Krause« (Deutscher Comedypreis 2002 als beste Sitcom), außerdem war sie in diversen Kino- und Fernsehfilmen sowie in zahlreichen Fernsehserien zu sehen. So spielte sie die weibliche Hauptrolle in der Sat1-Sketchcomedyreihe »Die dreisten Drei« und gehörte zum Ensemble der »Sat1 Comedyfalle«. Seit Frühjahr 2013 spielt sie im ZDF die Hauptrolle in der Krimiserie »Heldt«.










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