Mittwoch, 11. Februar 2015

Buchrezension: Nenn mich nicht bei meinem Namen - Ein Mädchen an Bord der Exodus von Waltraut Lewin



Nenn mich nicht bei meinem Namen - Ein Mädchen an Bord der Exodus
Eine Rezension von: Daniela Malsch
Autorin: Waltraut Lewin
Verlagsgruppe Random House
Preis: 8,99 Euro
320 Seiten, Taschenbuch (Paperback)
ISBN 978-3-570-40228-3

"Wer nicht an Wunder glubt, ist kein Realist."

Kurzbeschreibung:

Eliane, ein jüdisches Mädchen, hat in einem Kellerversteck die Nazizeit überlebt. Jetzt bleibt ihr, eltern- und heimatlos, nur die Answanderung nach Palästina. Doch wie soll sie ohne Papiere an Bord des Flüchtlingschiffes Exodus gelangen? Schließlich verschafft ihr eine alte Dame eine jüdische Identität - unter der Bedingung, belastbares Material gegen die Nazis nach Palästina zu schmuggeln. Als Eliane jedoch im Hafen ankommt, ist die Exodus längst überfüllt. In ihrer Verzweiflung gelingt es ihr, einen Funker und Widerstandskämpfer zu überreden, sie mit ihrer heißen Fracht als blinden Passagier an Bord zu nehmen. Und wieder muss Eliane sich verstecken - doch diesmal hat sie einen sympathischen Beschützer.

Meinung:

EXODUS ist altgriechisch und bedeutet „Auszug“, „Ausgang“

Das 2. Buch Moses heißt ebenfalls Exodus und beschreibt den Auszug der Israeliten aus Ägypten.

In dem Roman „Nenn mich nicht bei meinem Namen“ von Waltraut Lewin mit dem Untertitel „Ein Mädchen an Bord der Exodus“geht es um das jüdische Mädchen Eliane, was sich während der Nazizeit über ein Vierteljahr in einem Kellerraum neben den Heizungsrohren versteckt hielt. Ihr Versteck - ein Hohlraum hinter einem beweglichen Regal mit verbeulten Blechdosen - hat ihr das Leben gerettet. Ihre Eltern hatten leider weniger Glück, denn sie waren bereits tot.

Die Nazizeit ist vorbei, Eliane kann ihr Versteck verlassen - doch ohne Eltern und ohne Heimat weiß sie sich keinen anderen Rat, als die Auswanderung nach Palästina. Eliane schließt einen Packt mit einer alten Dame und schmuggelt belastendes Material gegen die Nazis nach Palästina. Bei der Überfahrt auf der völlig überfüllten Exodus erhält sie Hilfe von einem Funker und Wiederstandskämpfer, der sie als blinden Passagier auf des Flüchtlingsschiff schleust. Auch wenn Eliane sich nun wieder verstecken muss, so hat sie nunmehr zumindes einen sympatischen Beschützer, der ihr gerne hilft.

Waltraut Lewins Roman ist nicht nur reine Fiktion. Sie versteht es fiktive Geschichten mit der Wirklichkeit verschmelzen zu lassen und erschafft so einen mitreißenden Roman. Die umfassende Recherche der Autorin macht das Buch lebendig und schafft einen Spannungsbogen, der von Beginn an hoch gehalten und im weiteren Verlauf weiter ausgebaut wird. Das ursprünglich als Jugendbuch gedachte Werk von Waltraut Lewin, die sich in der Vergangenheit schon häufig mit der Thematik auseinandergesetzt hatte, ist durchaus auch für Erwachsene empfehlenswert.

Waltraut Lewin versteht es in „Nenn mich nicht bei meinem Namen“ eine klare und deutilche Schreibweise zu verwenden, die es dem Leser ermöglicht die Geschehnisse konkret in seinen Blick zu nehmen. Das Buch ist herzlich, tiefsinnig und zugleich emotional und weist somit alles auf, was sich der Leser für ein Buch mit dieser Thematik zu wünschen vermag.

Fazit:

Mitreißendes Jugendbuch, was auch für Erwachsene geeignet ist. Es verbindet historische Ereignisse mit einer Fiktion und macht die Geschichte somit sehr lebendig.

Infos zur Autorin:

Waldtraut Lewin, geboren 1937, studierte Germanistik und Theaterwissenschaft in Berlin und arbeitete als Opernübersetzerin, Dramaturgin und Regisseurin zunächst am Landestheater Halle und dann am Volkstheater Rostock. Seit 1978 arbeitet sie als freischaffende Autorin von Romanen, Hörspielen und Drehbüchern, für die sie zahlreiche Auszeichnungen erhielt.




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