Montag, 19. Mai 2014

Rezension: Burnout - für immer auskuriert -Ein Juist-Thriller- Alice Spogis


 

Burnout - für immer auskuriert
Ein Juist-Thriller
Eine Rezension von Daniela Malsch
Autorin: Alice Spogis
Erschienen im Suttonverlag / Sutton Krimi / Niedersachsen
Preis: 12,00 Euro
http://www.bloggdeinbuch.de/
 
Kurzbeschreibung:


Ella Brand ist eine Journalistin aus Münster und sie ist schlichtweg fix und fertig. Das Buch beginnt mit einem Prolog darüber, wie sie versucht sich das Leben zu nehmen. Die Münsteranerin ist am Ende, weil sie nicht nur ihren Job, sondern auch ihren Mann für immer los ist und sucht deshalb Rettung vor sich selbst und einem Leben, dass nur noch falsch zu sein scheint, in der Dunenburg-Klinik. Diagnose: Burnout.


Die schlimmen Befürchtungen über Klinik und Mitpatienten bestätigt sich glücklicherweise nicht. Dr. Rottman versteht sein Handwerk und deswegen soll die Spezialtherapie des Chefarztes in Verbindung mit der Ruhe von Meer und Dünen ihr Übriges tun um Ella in ein zwar nicht ganz neues, aber dafür glücklicheres Leben zu entlassen.


Zu Ellas Überraschung gibt es da auch plötzlich jemanden in der Klinik, der ihr nicht ganz unsymphatisch scheint - Lysander interessiert sich allerdings leider weniger für sie, als für die depressive Tischnachbarin Mascha, die eines Morgens unverhofft tot aufgefunden wird. Man spricht von Selbstmord, doch als die beste Schwimmerin unter den Patienten plötzlich ertrinkt wird Elle klar, dass dort irgendetwas nicht mit rechten Dingen zuzugehen scheint und plötzlich wird ihr klar, dass sie kämpfen muss um zu überleben - und das nicht nur gegen die Dämonen in ihrem Kopf, sondern auch gegen eine ganz reelle Gefahr. Sie stellt Fragen und wird bedroht und Ella wird schlagartig klar, dass sie die Nächste sein wird, wenn sie aufgibt.


Widmung:
„Für Elmo und alle,
die wissen,
was es bedeutet.“

Meinung:


Der Thriller von Alice Spogis ist sehr spannend geschrieben und durch den heimatnahen Schauplatz, lassen sich die Szenen wunderbar nachempfinden. Die Autorin beschreibt sehr anschaulich die Natur und Umgebung des Nordens und man bekommt Einblick in die unterschiedlichen Charaktere des Buches, die sehr ausführlich und gut verständlich vorgestellt werden, sodass man sich in alle Charaktere gut hineinversetzen kann. Auch wenn einige Charaktere sympatischer sind als andere, kann man alle Beweggründe der einzelnen Darsteller nachvollziehen und deren Gedanken nachempfinden. Die einzelnen Akteure entwickeln sich im Laufe des Buches weiter, so wie sie es auch im wahren Leben tun würden.


Der einfache, aber flüssige Schreibstil der Autorin vermag es den Leser an das Buch zu fesseln. Die wechselnde Erzählweise lockert das Buch auf, sodass sowohl aus der Sicht von Ella, als auch aus der Sich einer zweiten Person erzählt wird und zwischendurch wird der Text durch Kurzmitteilungen von Ellas Exmann aufgefrischt.


Alice Spogis ist es gelungen, die Geschichte sehr spannend zu halten und so kommt man auch bis zum Schluss nicht darauf, wer der Täter sein könnte, was beim Lesen natürlich sehr angenehm ist. Sie versteht es den Leser immer wieder auf eine falsche Fährte zu führen um dann am Ende zu einem unerwarteten, aber glücklichen Ende zu kommen, wobei der Spannungsbogen stets gehalten wird. 

Alles in Allem ist das Buch sehr fesselnd geschrieben und ich bin mir sicher, dass sich viele in die Geschichte und die Charaktere hineinversetzen können. Das Buch gibt zudem einen Einblick in die Welt des Burnout und dem Krankheitsbild der Depression, was beides in der heutigen Zeit ein nicht zu verachtendes Thema darstellt.


Besonders interessant fand ich ein Zitat von Stanislaw Jerzy Lec aus „Sämtliche unfrisierte Gedanken“, was dem Buch vorangestellt ist und welches ich an dieser Stelle unkommentiert aufgreifen möchte:


„Die meisten Menschen sind Mörder.
Sie töten einen Menschen.
In sich selbst.“

Fazit:


Mit „Burnout – für immer auskuriert“ ist  Alice Spogis ein sehr spannendes Erstlingswerk mit einer angenehmen Mischung aus Charakterstudie und Thriller geglückt. Der Juist-Triller vereint mit einem großen Schuss Spannung, dem nötigen Maß an Humor und einer Prise Romantik drei wichtige Komponenten für das perfekte „Thriller-Rezept“, was garantiert jedem Leser schmecken wird und somit auf weitere Romane in der gleichen Art von  der Autorin hoffen lässt. Wer es vermag zwischen den Zeilen zu lesen wird sicherlich auch etwas für sich persönlich aus dem Buch ziehen können. 

Cover:

Das Cover greift eine Szene aus dem ersten Kapitel auf und ist sehr passend gewählt, da es zudem das Gefühl verbildlicht, was Menschen, welche an Burnout oder Depression erkrankt sind, in sich tragen.

Infos zur Autorin Alice Spogis:

Die Juristin, deren Herz fürs Schreiben schlägt, hat ihren Beruf aufgegeben um jahrzehntelang in leitender Stellung als Journalistin und PR-Beraterin tätig zu sein. Seit einigen Jahren hat sie diesen Lebensabchnitt beendet und widmet sich ausschließlich der Arbeit als Autorin mit dem Schwerpunkt kriminalistisches Genre, was wohl auf ihr Jurastudium zurückzuführen ist. Nach mehreren Wettbewerbsbeiträgen und Kurzgeschichten ist „Burnout“ der erste Spannungsroman von Alice Spogis.

Publikation von Alice Spogis:

 


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